Arten der Hypnose

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Wer darf Hypnose selbständig anbieten?

Die Hypnose wird als Entspannungsverfahren eingeordnet und ist in ihrer inneren Wirkweise anderen gängigen und bekannten Verfahren, wie dem Autogenem Training, der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson oder auch dem Yoga ähnlich. Aus diesm Grund darf aus rein rechtlicher Sicht in der Bundesrepublik Deutschland jeder Hypnose anwenden, so lange er damit keine Erkrankungen/Störungsbilder nach ICD 10 behandelt. Dazu benötigt er eine Heilerlaubnis.

Es ist demzufolge entscheidend, ob man die Hypnose

  • medizinisch

  • therapeutisch 

  • nichtmedizinisch       

 

anbieten möchte.

Nichtmedizinische Hypnose

Der prozentual überwiegende Anteil der Hypnotiseure in Deutschland arbeitet auf nichtmedizinischer Ebene außerhalb der Heilkunde. Grundsätzlich darf aus gesetzlicher Sicht jjeder die Hypnose ausüben, wenn er sie nicht zu heilkundlichen Zwecken einsetzt (für die Behandlung von Erkrankungen ist eine Heilerlaubnis notwendig) und mit seiner Arbeit die Gesundheit und Lebensqualität seiner Klienten nicht gefährdet.

Die nichtmedizinische Hypnose bietet eine hochinteressante Auswahl an Anwendungs- und Umsetzungsmöglichkeiten, die durchaus als sichere Existenzgrundlage für eine gut positionierte Hypnosepraxis dienen können. Sie hat aber klar definierte Grenzen, was die Behandlungsspektren medizinischer Krankheitsbilder ausschließt. 


Die nichtmedizinische Hypnose ist aus der Perspektive des Gründungsrechts gesehen ein Gewerbe und setzt keine gesonderte Zulassung (außer der normalen Gewerbeanmeldung) voraus. Jeder, der über einen Gewerbeschein (für "Coaching" oder "Lebensberatung", denn Hypnose ist nicht einzeln im Gewerbekatalog verzeichnet) verfügt, kann  nichtmedizinische Hypnose anbieten.

Er bräuchte dafür theoretisch nicht einmal eine Ausbildung nachzuweisen (was aber natürlich aus Sorgfaltsgründen gerade in Bezug auf die Gewährleistung einer nicht gesundheitsschädlichen Behandlung als Voraussetzung gesehen werden kann). Wenn seine Klienten ihm vertrauen, könnte er also theoretisch ohne je eine Ausbildung besucht zu haben, nichtmedizinisch praktizieren. Natürlich wäre das nicht verantwortungsvoll und einige Klienten würden sicherlich nach einer Qualifikation fragen, aber rein rechtlich gesehen gehört die nichtmedizinische Hypnose wie bspw. Reiki, Coaching oder allgemeine Beratung in den Bereich der Lebensberatung und ist bisher nicht weiter reguliert.

Ein wichtiges Kriterium bei der nichtmedizinischen Hypnose ist: Sie dient nicht der Diagnose oder Heilung von Erkrankungen!


Wer ohne Heilerlaubnis mit Hypnose Krankheiten behandelt, macht sich strafbar im Sinne des Heilpraktikergesetz (HPG).
In diesem Fall sind Geldstrafen bis 25.000 Euro und darüber hinaus eine strafrechtliche Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft möglich.

Auch bei der Auswahl der Berufsbezeichnung sollte der nichtmedizinische Hypnotiseur auf einige Aspekte achten, um Verwechslungsgefahr mit medizinisch befugten Kollegen und daraus resultierenden rechtlichen Konflikten zu vermeinden.

Die Entscheidung, wer in einer Region welche Behandlungen in welchem Rahmen anbieten darf, trifft immer das örtliche Gesundheitsamt.


Sollte in Ihrer Region oder ihrem Land die Hypnose für Nichtmediziner aus irgendwelchen Gründen eingeschränkt sein, besteht jederzeit die Möglichkeit, alle in der Hypnose-Ausbildung erlernten Anwendungen durch geringfügige Änderungen in ein neutrales, nach wie vor sehr effizientes Mental-Coaching umzuwandeln, das auch in Regionen, in denen die Hypnose nicht ohne Weiteres angeboten werden darf, problemlos umgesetzt werden kann. Ihre Arbeit profitiert dann nach wie vor von ihren Kenntnissen aus der Hypnose, steht aber in keinem Konflikt mit evtl. örtlichen Limitierungen. Sie können also in jedem Fall alle erlernten nichtmedizinischen Inhalte anschließend einsetzen.
 

Medizinische Hypnoseanwendungen

Medizinische Hypnoseanwendungen sind ganz klar abgegrenzt und es ist klar definiert, wer sie anbieten darf.

Ausschlaggebend für die Medizinische Hypnoseanwendungen sind alle Anwendungen, die zur Diagnose, Heilung oder Linderung von Krankheiten dienen.

Sie dürfen nur von einem Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut angewandt werden, der eine Heilerlaubnis bzw. eine Approbation besitzt. Dazu gehören Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker und Psychologische Psychotherapeuten.

Nur diesen Personengruppen ist die medizinische Anwendung der Hypnose vorbehalten. Es gibt keine Ausnahmen (z.B. auch wenn eine gut ausgebildete Krankenschwester eigentlich das medizinische Fachwissen mitbringt, hat sie doch keine Heilerlaubnis und darf keine Hypnose zu medizinischen Zwecken anbieten).

Grund hierfür ist, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass nur derjenige, der eine Heilerlaubnis erlangt hat auch ausreichend nachgewiesen hat, dass er Krankheiten ausreichend beurteilen und eine Behandlung vornehmen kann. Er geht davon aus, dass jedem, der keine Heilerlaubnis besitzt wichtiges Wissen fehlen könnte, das zur Beurteilung der Situation notwendig ist.

Zudem sollte die Hypnose auch im entsprechenden Schwerpunkt des Behandlers liegen, um die Sorgfaltspflicht zu erfüllen (ein Zahnarzt sollte also bspw. keine Depression behandeln, die garnichts mit der zahnmedizinischen Situation des Patienten zu tun hat - weil man davon ausgeht, dass ein Zahnarzt nicht für die Behandlung von allgemeinen Depressionen ausgebildet ist).

Expertenempfehlung für Nichtmediziner

The Gloria Hengst Academy empfiehlt allen Hypnotiseuren, welche beruflich mit der Hypnose arbeiten möchten und noch über keine Heilerlaubnis verfügen, sich einmal mit den Möglichkeiten einer Ausbildung zum Heilpraktiker (großer HP) oder Heilpraktiker für Psychotherapie (kleiner HP) auseinanderzusetzen. Die amtsärztliche Zulassung als Heilpraktiker ermöglicht es Ihnen, die Hypnose auch im psychotherapeutischen Kontext, also zur Behandlung psychischer oder psychosomatischer Störungen einzusetzen.

Mit der berufsmäßigen Anerkennung als Heilpraktiker hast Du eine zusätzliche Rechtssicherheit bei Ihren Anwendungen, da Sie auch Klienten behandeln dürfen, die Sie als nichtmedizinischer Hypnotiseur nicht annehmen könnten und Ihnen darüber hinaus ein großes Zusatzspektum an therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, das Sie in Ihrer Praxis anbieten können.

Selbstverständlich können Sie mit der Hypnose auch im nichtmedizinischen Bereich beginnen und die Ausbildung zum Heilpraktiker Psychotherapie zu einem späteren Zeitpunkt aufnehmen, wenn Sie sehen, dass ein Bedarf dafür vorhanden ist und Sie einen entsprechenden Nutzen daraus gewinnen.

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